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DENN SIE WIS­SEN, WAS SIE TUN: KRANK­HEI­TEN BEI KIN­DERN

By on 30. Januar 2018

[4 Minu­ten — durch­schnitt­li­che Lese­zeit]

Eigent­lich möch­te ich nicht wie ein alter Opa klin­gen, der stän­dig von sei­nen Krank­hei­ten berich­tet. Aber um die­se Jah­res­zeit möch­te ich dem The­ma zumin­dest einen Arti­kel wid­men. Danach ist auch Schluss damit. Ver­spro­chen!

Die Haupt­sai­son für Kin­der­ärz­te star­tet in den Herbst­fe­ri­en und endet unge­fähr in den Oster­fe­ri­en. Immer. Wir has­sen die­se Tat­sa­che, denn das bedeu­tet auch gleich­zei­tig, dass das gro­ße Pro­jekt­ma­nage­ment rund um Krank­hei­ten beginnt. Sprich wer küm­mert sich um das kran­ke Kind, wenn man arbei­ten muss? Gleich­zei­tig läuft man ein hal­bes Jahr auf Spar­flam­me – gefühlt auf maxi­mal 37 Pro­zent der kör­per­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit, da man selbst ange­schla­gen ist.

Kin­der­gar­ten­zeit — Krank­heits­zeit

Mache Dich dar­auf gefasst, dass die Kin­der­gar­ten­zeit eine ech­te Belas­tungs­pro­be für alle Betei­lig­ten in der kal­ten Sai­son wird. Du wirst Anru­fe von der Kita bekom­men, dass ihr umge­hend euer Kind abho­len müsst, da es Durch­fall, Fie­ber, Pocken im Gesicht oder sons­ti­ges hat. Hand-Fuß-Mund, Magen-Darm, Grip­pe, Bron­chi­tis, Keuch­hus­ten, um nur ein paar Schön­hei­ten zu nen­nen. Dann heißt es „hur­tig“ einen Not­fall­plan für „sofort“ sowie die nächs­ten Tage erstel­len.

Das größ­te Pro­blem ist: Man muss nicht nur jeman­den fin­den, der sich frei­wil­lig um ein kran­kes Kind küm­mert, son­dern auch als Ver­trau­ens­per­son für Dei­nen Zwerg zählt. Denn kran­ke Kin­der sind extrem anspruchs­voll, wenn es um die Skla­ven äh Krankenschwester/den Kran­ken­pfle­ger geht. Und nicht jeder springt frei­wil­lig todes­mu­tig wie mei­ne Schwie­ger­el­tern ein mit dem vol­len Bewusst­sein, dass sie eine Woche spä­ter selbst an Magen-Darm und Co erkran­ken kön­nen bzw. wer­den.

Was, wenn nur die Mama den Zwerg pfle­gen darf?

Je nach Schwe­re der Krank­heit und Alter Dei­nes Wurms kann es schon mal sein, dass die ein­zi­ge Per­son auf der Welt, die Dei­nen Zwerg durch die Gegend schlep­pen und ver­sor­gen darf, Dei­ne Part­ne­rin ist.

Selbst Du könn­test zur Per­so­na non gra­ta ernannt wer­den und ab da heißt es: Lies Dei­ner Frau alle Wün­sche von den Lip­pen, denn sie besitzt ab da einen 2-m-Radi­us um das kran­ke Mün­del und selbst ein Gang zur Toi­let­te kann zu einem artis­ti­schen Akt wer­den. Denn wenn der Zwerg nicht los­las­sen möch­te, aber der Bla­sen­druck stark genug ist, wird ein­fach zu Zweit die Klo­bril­le bestie­gen. Gleich­zei­tig. Du musst wis­sen: Auch kran­ke Kin­der sind extrem kräf­tig und wil­lens­stark, wenn sie sich fest­klam­mern.

Ver­traue Dei­nem Kind

Ich möch­te an die­ser Stel­le eine Lan­ze für die Zwer­ge bre­chen: Ver­traue Dei­nem Kind. Du wirst irgend­wann nach einer Woche Krank­heit den­ken, dass das doch alles nur noch simu­liert sein kann, so abar­tig thea­tra­lisch, wie es sich ver­hält. Wenn Dein Kind sich wie ein Klam­mer­af­fe an Dei­ner Part­ne­rin fest­hält und plötz­lich ver­langt wie ein Baby getra­gen zu wer­den, kann einem schon mal der Kra­gen plat­zen. Oder er jam­mernd über den Boden rutscht und behaup­tet, er kann nicht mehr lau­fen. Es kann aber auch sein, dass Du vor Lachen unter dem Tisch liegst, da er laut­stark einen hat fah­ren las­sen, als er sich gera­de wie­der um den Kopf Dei­ner Part­ne­rin schmiegt und par­tout nicht los­las­sen möch­te.

Du wirst Dein Kind teil­wei­se cha­rak­ter­lich kaum wie­der­erken­nen. Ein super akti­ves, lus­ti­ges und ent­spann­tes Kind kann inner­halb von weni­gen Stun­den zu einem gemei­nen, ego­is­ti­schen, quen­geln­den und ner­vi­gen Tyran­nen mutie­ren.

Es ist defi­ni­tiv hilf­reich, wenn man das Gan­ze — sagen wir „mit Humor nimmt“. Mehr bleibt Dir sowie­so nicht. Jeden Tag erzäh­len wir, dass ja nur der fie­se Zwil­lings­bru­der Hans zu Besuch sei und Vik­tor ver­reist ist. Und dann hof­fen wir instän­dig, dass Hans ganz bald wie­der nach Hau­se fährt – in sei­ne Hei­mat den pit­to­res­ken Ort „Bil­der­stöck­chen“ nahe Köln. Die­se Geschich­te bau­en wir die kom­plet­te Krank­heits­pha­se aus, um uns ein wenig in die­ser dunk­len Zeit der Eltern­schaft zu erhei­tern.

Unser gro­ßer Feh­ler

Wenn Dein Zwerg trotz kör­per­li­ches Gene­sung das Spie­len mit ande­ren Kin­dern ver­wei­gert, nicht raus möch­te, kaum isst oder nur noch im Schlaf­an­zug rum­ren­nen möchte…mache nicht den Feh­ler wie wir und den­ke, dass er nach einer Woche gesund sein muss und nur simu­liert.

Fol­gen­de Situa­ti­on gab es bei uns: Nach 7 Tagen Krank­heit war er medi­zi­nisch gese­hen fit, aber emo­tio­nal betrach­tet noch auf der Stu­fe eines ver­wöhn­ten Säug­lings. Wir brach­ten ihn in die Kita, da wir glaub­ten, er wäre soweit und hät­te sich ledig­lich zu sehr „an Hotel Mama“ gewöhnt. Was pas­sier­te? 4 Tage spä­ter war er wie­der krank. Aber so rich­tig. In dem Monat hat­ten wir am Ende 5 Kita-Tage und die rest­li­che Zeit Zwangs­ur­laub. Hät­ten wir Vik­tor ledig­lich 2 wei­te­re Tage zur Gene­sung gege­ben, um zu Kräf­ten zu kom­men, hät­te er dem Viren­cock­tail in der Kita bes­ser wider­ste­hen kön­nen. So hat­te er sich direkt die nächs­te Pest abge­holt. Ich brau­che nicht zu erwäh­nen, dass wir uns natür­lich ange­steckt haben und die Oma gleich mit. Sie hat­te es am schlimms­ten erwischt und sie mein­te, dass sie nun abso­lut ver­ste­hen kann, wie­so er so jäm­mer­lich drauf war und kei­ner­lei Außen­kon­takt wünsch­te.

Auch in unse­rem Alter dazu­ler­nen

Einen Monat spä­ter waren wir schlau­er. Vik­tor hat­te eine Rotz­na­se und nor­ma­ler­wei­se hät­ten wir gesagt „Na ja, eine Rotz­na­se ist kein Grund zu Hau­se zu blei­ben“. Aber er fing wie­der an sich an Mamas Rock­zip­fel zu hän­gen, unse­re Alarm­glo­cken klin­gel­ten und da gaben wir ihm Schon­frist. Er dank­te es uns mit einer Blitz­ge­ne­sung inner­halb von 2 Tagen.

Fazit: Es ist in den sel­tens­ten Fäl­len sinn­voll den Zwerg trotz Erkäl­tung bzw. schnellst­mög­lich wie­der in den Kin­der­gar­ten zu brin­gen. Es kann näm­lich rich­tig nach Hin­ten los­ge­hen. Sehe die Zei­chen Dei­nes Zwer­ges und deu­te sie rich­tig. Sie wis­sen sehr genau, was sie wirk­lich brau­chen.

Bild­nach­weis: unplas­hed |Ali­cia Jones
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