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HUN­DE IN DER KOM­FORT­ZO­NE: DER WILL NUR SPIE­LEN

By on 16. Oktober 2019

[4 Minu­ten — durch­schnitt­li­che Lese­zeit]

Habe ich eigent­lich bereits über Hun­de geschrie­ben? Ich bin mir nicht sicher, egal. Ich tue es ein­fach, da ich mit der Erfah­rung der letz­ten Jah­re sicher­lich wei­se­res von mir gebe, als noch vor zwei Jah­ren. Über Hun­de wur­de sicher­lich schon eine Men­ge schö­nes wie unge­rech­tes als auch dum­mes geschrie­ben. Ich ver­su­che mich dar­an es eini­ger­ma­ßen neu­tral zu schil­dern. Ok, stimmt nicht. Ich schil­de­re es so, wie es war.

Ich mag Hun­de und bin mit einem von ihnen auf­ge­wach­sen. Soviel zu mei­ner Vor­bil­dung.

Für mich sind Hun­de trotz­dem – und hier trennt sich die Spreu vom Wei­zen – Tie­re. Kei­ne Ersatz­men­schen. Unser Hund war echt eine coo­le Socke: sein Lieb­lings­hob­by war am voll­be­setz­ten Ess­tisch einen Schleich­mi­chel zu hin­ter­las­sen und abzu­hau­en. Sprich beim Fami­li­en­es­sen unter dem Tisch zu lie­gen, zu bet­teln und wenn das nicht von Erfolg gekrönt war, einen stin­ken­den „Kof­fer“ ste­hen zu las­sen. Ich rede hier nicht von einem klei­nen Pups, son­dern von einem ekel­haft stin­ken­den, aus­ge­wach­se­nen Furz. Wenn einer von uns Kin­dern das gemacht hat, war mei­ne Mut­ter stink­sauer, aber bei dem Hund war das süß. Logo. Ich fand es ehr­lich gesagt auch lus­tig und manch­mal schob ich mei­ne Gase auf den Hund und schwupps war ich fein aus der Sache raus.

Er war ein gelas­se­ner Beglei­ter und Angst muß­te man vor ihm trotz sei­ner statt­li­chen Grö­ße wirk­lich nicht haben. Respekt, aber kei­ne Angst. Denn solan­ge man ihn nicht pro­vo­zier­te, was alles in bes­ter Ord­nung. Es gab natür­lich Tie­re, die das nicht beach­te­ten und von ihm gna­den­los ver­folgt wur­den.

Ehr­lich gesagt ken­ne ich das auch bei Men­schen. Es gibt Exem­pla­re, die im Affekt Din­ge tun, die man ihnen nicht zuge­traut hät­te und sie sich wahr­schein­lich selbst nicht.

Hun­de und Kin­der­spiel­plät­ze

Ent­spre­chend kri­tisch bin ich auch bei Hun­de­be­sit­zern, die ihre unan­ge­lein­ten Hun­de auf Spiel­plät­zen Gas­si gehen las­sen und bei der Bit­te, den Hund anzu­lei­nen und auch einen ande­ren Ort für deren Urin und Kot zu suchen, völ­lig ver­ständ­nis­los reagie­ren. Ich beto­ne „Bit­te“, da ich wirk­lich immer anfangs freund­lich dar­um fra­ge mit dem Hin­weis, dass mein Kind bereits von einem Hund ange­fal­len wur­de und seit­dem Angst hat.

Die meis­ten (nicht alle) Hund­be­sit­zer wer­den sofort aggres­siv, erklä­ren, dass das Kind damals wohl das arme Tier unsach­ge­mäß behan­delt hät­te. Wenn ich dann sage, dass das Kind noch nicht lau­fen konn­te und auf dem Arm mei­ner Frau schlief, als der Hund aus der Tür eines gera­de gepark­ten Autos ankam, wird das nur abge­tan. Na dann hat sich ihre Frau wohl nicht rich­tig ver­hal­ten. Gut, sie lief und unter­hielt sich mit einem ande­ren Paar. Das könn­te der Feh­ler gewe­sen sein. Wie dem auch sei, kei­ne Schil­der mit „Hun­de ver­bo­ten“ oder sons­ti­ge Argu­men­te hel­fen in sol­chen Momen­ten. Ich habe wirk­lich alles aus­pro­biert. Mich halb gekloppt, Poli­zei geru­fen, freund­lich geblie­ben, obwohl ich aus­flip­pen woll­te, Man­tra wie­der­holt „Bit­te lei­nen Sie Ihren Hund an“ ohne auf Pro­vo­ka­tio­nen zu reagie­ren. Alles. Nur eine Frau war mal so nett und hat ihr Tier zügig ange­leint und ist dann vom Spiel­platz ver­schwun­den. Sie nuschel­te zwar etwas wie „typisch Kin­der­be­sit­zer – Arsch­loch“, aber das war ok. Ich bin da nicht anspruchs­voll oder nach­tra­gend.

Kin­der­be­sit­zer

Kin­der­be­sit­zer klingt irgend­wie lus­tig. Die Frau hat­te defi­ni­tiv kei­ne eige­nen Kin­der, denn ansons­ten wüss­te sie, dass man die Zwer­ge eher als „Eltern­be­sit­zer oder Skla­ven­trei­ber“ bezeich­nen kann und man als Eltern noch nicht ein­mal mehr sein stil­les Ört­chen besitzt. Auch nicht sein Schlaf­zim­mer oder so. Alles annek­tiert am Tag der Geburt.

Ich über­le­ge gera­de, was ich noch besit­ze: Mei­ne Wür­de? Kommt dar­auf an, wie man die­se defi­niert. Wenn ich mich am Wochen­en­de auf allen Vie­ren krie­chen sehe und mir ein herr­schaft­li­cher Rit­ter im drei Sekun­den Takt in mei­ne Flan­ken drückt, damit ich ihn schnel­ler von A nach B rei­te, dann füh­le ich mich rela­tiv wür­de­frei.

Ich schwei­fe ab. Sor­ry.

Vor­ge­hens­wei­se bei Hun­de­be­sit­zern, die sich auf dem Holz­weg befin­den

Mein Cre­do seit­dem bei Hun­de­be­sit­zern: Ein Mal nett bit­ten und dann sofort abschwir­ren zum eige­nen Kind. Kei­ne Dis­kus­si­on mehr. Wenn dann nichts pas­siert ein­fach die Poli­zei oder (wenn es in der Woche ist) das Ord­nungs­amt rufen. Die Num­mer habe ich mitt­ler­wei­le ein­ge­spei­chert. Ohne Ankün­di­gung oder Dro­hung. Die kom­men zwar eh meist zu spät oder ver­war­nen nur, aber ich möch­te mir spä­ter nicht vor­wer­fen, dass ein Kind zu scha­den kam, nur, weil ich auf­ge­ge­ben habe oder zu faul war etwas zu unter­neh­men.

Eigent­lich ist es so bei unge­hor­sa­men Hun­den wie bei aggres­si­ven Kin­dern: Die Hunde/Kinder kön­nen am wenigs­ten für ihre Ver­hal­tens­mus­ter. Die Erzie­hungs­be­rech­tig­ten hin­ge­gen haben einen gro­ßen Anteil dar­an. Wenn Eltern ihre Kin­der auf einem Hun­de­platz spie­len las­sen wür­den und eini­ge ängst­li­che Hun­de mit ihren Schau­feln und Schrei­en ner­vös machen wür­den, könn­ten die Kin­der schließ­lich auch nichts dafür. Eigent­lich eine coo­le ((bun­des­wei­te) Pro­test­ak­ti­on. Denn manch­mal braucht es ein­fach einen Sicht­wech­sel, um ein wenig Ver­ständ­nis von der Oppo­si­ti­on zu erhal­ten: #Kin­der­Auf­Hund­plät­ze­S­pie­len­Las­sen oder #Gekom­men­Um­Zu­Blei­ben

Bild­nach­weis: uns­plash | short-coated gray dog near green lea­fed plants | Chris­to­pher Ayme
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