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Trotz­pha­se Klap­pe die III: WENN ALLES SCHIEF GEHT

By on 28. November 2017

[3 Minu­ten — durch­schnitt­li­che Lese­zeit]

Ich bin ver­zwei­felt. Wirk­lich. Da hast Du Dei­nen Wich­tel erfolg­reich den Schnul­ler abge­wöhnt und wähnst Dich auf der Ziel­ge­ra­den für alles Wei­te­re und dann pas­siert wäh­rend der Trotz­pha­se fol­gen­des:

Es ist Sonn­tag Mit­tag. Plötz­lich ent­schei­det Mr. Selb­stän­dig, dass er kei­ne Win­del mehr benö­tigt. Er ist 2,5 Jah­re alt und Du weißt, Du und Dei­ne Part­ne­rin seid in drei Tagen für eini­ge Zeit beruf­lich ver­reist. Bedeu­tet: Sch… Timing.

Wann ist der rich­ti­ge Zeit­punkt für das Töpf­chen

Du denkst Dir, hm, echt nicht ide­al, jun­ger Mann. Also Win­del an. Er denkt sich: Nö auf kei­nen Fall. Ich klem­me die Bei­ne ein­fach so fes­te zusam­men, dass da noch nicht ein­mal ein Blatt Sei­den­pa­pier zwi­schen pas­sen wür­de. Du dann laut: „Komm’ schon, zumin­dest im Bett bleibt die Win­del an, wäh­rend Du schläfst.“ Er dar­auf: „Ne, ich will aber nicht. Die Win­del ist doof und ab jetzt gehe ich auf das Töpf­chen. Immer.“

Von dem Geschrei akti­viert kommt Dei­ne Part­ne­rin und ver­steht durch Dei­nen ver­zwei­fel­ten Blick­kon­takt inner­halb von 0,3 Sekun­den wor­um es geht.

Sie dann: „Kein Pro­blem. Ich habe bereits Matrat­zen­schutz. Matrat­zen­un­ter­la­gen und Boxer­shorts für ihn gekauft.“ Ich: „Wie? Wann? Woher wuss­test Du und über­haupt?“ Frau­en sind nicht von die­ser Welt, Jungs. Eine Lau­ne der Natur. Sie wer­den mir für immer ein Rät­sel blei­ben.

Ler­ne: Nichts im Leben bekommst Du ohne Gegen­leis­tung

Zu mei­ner Über­ra­schung waren auch die Groß­el­tern vol­ler Eifer und bes­tens aus­ge­rüs­tet. Das musi­ka­li­sche Töpf­chen stand bereits im Kel­ler und war­te­te auf sei­nen gro­ßen Tag und Ein­satz. Also wir wie­der kamen, war Vik­tor durch das pro­fes­sio­nel­le Trai­nings­la­ger zu 95 Pro­zent tro­cken. Auch in der Kita unter­stütz­te man sei­ne Selb­stän­dig­keit per­fekt.

Wir waren fas­sungs­los vor Glück und fei­er­ten „the next level“. Das hät­ten wir mal lie­ber nicht getan. Denn ein paar Tage spä­ter erhiel­ten wir einen Anruf aus der Kita. Vik­tor wein­te ohne sich beru­hi­gen zu las­sen. Er hat­te weder Fie­ber noch Durch­fall. Gar nichts. Als ich ihn abhol­te, sprang er auf, als er mich sah und hat­te direkt eine Idee, was wir machen könn­ten: „Sol­len wir Fran­ko besu­chen?“ Fran­ko ist der Eis­ver­käu­fer. Es war 10.00 Uhr mor­gens in Deutsch­land und mir war sofort bewußt, wie die nächs­ten Wochen aus­se­hen wür­den.

Denn eines war klar: Die Tür hat­te sich nun geöff­net (ich wei­ne und man holt mich ab) und das Learning eines Kin­des ist beein­dru­ckend. Natür­lich wur­de ab da jeder Tag zum Kampf der Gigan­ten. Das Geschrei fing bereits auf dem Park­platz vor der Kita an und konn­te bis zu 50 Minu­ten andau­ern.

Vik­tor hat­te aber an Tag 3 bereits eine Lösung parat: Ich will wie­der einen Schnul­ler wie die ande­ren Kin­der. Was tun? Ich nur: „Alles klar. Ich brin­ge Dich in die Grup­pe und kau­fe Dir schnell im Dro­ge­rie­markt einen Schnul­ler. Das dau­ert nicht lan­ge.“ Gesagt getan. Und er blieb tat­säch­lich in der Kita und wein­te nur ein wenig. Nicht super, aber ok.

Nach­teil: Du kannst Dir das Gesicht mei­ner Frau vorstellen…“Da schreit er mal und schon knickst Du ein und kaufst ihm einen Schnul­ler?! Die­ses Mal schläfst Du aber händ­chen­hal­tend 15 Tage an sei­nem Bett wäh­rend der Schnul­ler­ent­wöh­nung.“ #Fai­rE­nough

Ich prä­sen­tie­re das Paar des Jah­res: Frau Krank­heit und Herr Schnul­ler 

Die Woche dar­auf wur­de er dann krank und in der Zeit des „Aus­nah­me­zu­stan­des“ waren wir tat­säch­lich froh, dass er sich mit dem Schnul­ler so leicht beru­hi­gen ließ, wenn er sich zum Bei­spiel nachts über­ge­ben muss­te oder sich vor Hus­ten­an­fäl­len schüt­tel­te oder durch die Fie­ber­schü­be wein­te.

Ich brau­che nicht erwäh­nen, dass der Schnul­ler nach den zwei Wochen wie­der fes­ter Bestand­teil sei­ner Näch­te wur­de und kei­ne Schnul­ler­fee die­ser oder einer ande­ren Welt eine Chan­ce hat­te ihn mit einem tol­len Geschenk das Din­gen wie­der abspens­tig zu machen. Selbst ein rie­si­ger Hund war zwar einen Abend so span­nend, dass er den Schnul­ler an den Baum drau­ßen häng­te, doch eini­ge Minu­ten spä­ter stand er schon an der Tür und schrie: „ Ich will kei­nen doo­fen Hund, ich will mei­nen Schnul­ler zurück. Jetzt!“

Wahr­schein­lich bleibt der Schnul­ler erst ein­mal bei uns. Dafür sind die Win­deln Geschich­te. Gut, dach­ten wir bei dem Schnul­ler auch. #Ich­Bin­Nicht­Kom­pli­ziert­Son­der­n­Ei­ne­Her­aus­for­de­rung

Bild­nach­weis: Flickr |Nin­ja Kids|akaitori
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