0 Geburt 0-1 Jahr

DAS ZWEI­TE ZUHAU­SE: DIE SUCHE NACH EINEM KIN­DER­GAR­TEN

By on 25. August 2017

[4 Minu­ten — durch­schnitt­li­che Lese­zeit]

Kin­der­gar­ten?! Ich habe doch gera­de 1.000 For­mu­la­re aus­ge­füllt und ein Kind bekom­men. Wenn die Geburt Dei­nes Zwer­ges erfolg­reich abge­schlos­sen wur­de und Du den Antrag für das Kin­der- sowie Erzie­hungs­geld aus­ge­füllt und abge­schickt hast, denkst Du, damit sei erst ein­mal alles erle­digt und Du könn­test Dich ent­spannt zurück­leh­nen. Weit gefehlt, jun­ger Pada­wan: Du kannst Dich direkt an die Recher­che für einen Kita (Kin­der­ta­ges­stät­te)- bzw. Kin­der­gar­ten­platz bege­ben. Denn dafür brauchst Du Zeit, viel Spu­cke (Schlei­men gehört zum Hand­werk, um einen Wunsch­platz zu ergat­tern) und eine Men­ge Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand (Kin­der, die bereits im Kin­der­gar­ten sind), damit es kei­ne bösen Über­ra­schun­gen gibt.

Zudem müsst ihr euch ent­schei­den, wann es für euren Zwerg los­geht. Es gibt ja auch die Mög­lich­keit einer Tages­mut­ter, eines Au-pairs, einer Nan­ny oder einer Groß­ta­ges­pfle­ge. Teil­wei­se unum­gäng­lich, da die Kin­der­gär­ten meist nur im August neue Kin­der auf­neh­men. Manch­mal hat man Glück wie wir und ein Platz wird inner­halb des Jah­res frei, wenn eine Fami­lie umzieht.

Lisa woll­te ger­ne nach einem Jahr wie­der arbei­ten. In Düs­sel­dorf gibt es wie in vie­len Städ­ten einen Kita-Navi­ga­tor. Ja, Du liest rich­tig. Ich war auch etwas irri­tiert, denn dar­über wird gere­gelt, wel­chen Platz Dein Kind wann erhält und ob über­haupt. Du gibst eini­ge Daten über die Fami­lie und Dein Kind ein und kenn­zeich­nest die Kin­der­gär­ten Dei­ner Wahl. Danach heißt es abwar­ten und Tee trin­ken. Es kann sein, dass sich jemand irgend­wann mel­det oder auch nicht. Denn die Kin­der­gär­ten schau­en selbst ins Netz, sobald sie Plät­ze zu ver­ge­ben haben und kon­tak­tie­ren die Eltern, deren Kind vom Geschlecht und vom Alter in die Grup­pe pas­sen.

Uns war die­ses Lot­to-Spiel etwas zu unsi­cher und daher küm­mer­ten wir uns par­al­lel um pri­va­te Kin­der­gär­ten und kon­tak­tier­ten eini­ge tele­fo­nisch oder per Mail. Wenn es das Ange­bot eines „Tag der offe­nen Tür“ gab, schau­ten wir mal rein und unter­hiel­ten uns mit der Lei­tung. Wir schau­ten uns auch eini­ge Tages­müt­ter an, die uns über die Stadt ver­mit­telt wur­den. Ich kann euch Geschich­ten erzäh­len über die­se Tref­fen der ande­ren Art…#HumorIstWennManTrotzdemLacht

Ich hal­te mich an die­ser Stel­le kurz und sage nur: Wir besuch­ten einen Tages­va­ter in einer Mes­si-Woh­nung im düs­te­ren Sou­ter­rain. Dort saß ein blas­ses, apa­thi­sches Kind in der Ecke und spiel­te teil­nahms­los mit einer kopf­lo­sen Pup­pe. Mei­ne Rücken­haa­re sträu­ben sich heu­te noch, wenn ich dar­an den­ke und ste­hen geschockt zu Ber­ge. Danach lern­ten wir eine Tages­mut­ter in einer Woh­nung im vier­ten Stock ohne Auf­zug ken­nen. Die­se ging täg­lich mit ihrem Hund und den 5 Tages­kin­dern (unter 3 Jah­ren!) zum nächst­ge­le­ge­nen Spiel­platz. Das Essen muss­te man täg­lich vor­ge­kocht mit­ge­ben und es gab vor dem Wohn­haus weit und breit kei­nen Park­platz (Haupt­stra­ße), sodass man mor­gens min­des­tens 20 Minu­ten Park­platz­su­che sowie Fuß­weg hät­te ein­rech­nen müs­sen. Neben­bei hat­te sie 6 Wochen Urlaub im Jahr geblockt und wenn sie krank ist, sei sie krank und es gibt kei­ne alter­na­ti­ve Tages­mut­ter mit der sie koope­riert.

Damit war das The­ma auch erle­digt und wir kon­zen­trier­ten uns auf Ein­rich­tun­gen, die direkt am Gebäu­de einen eige­nen Spiel­platz, mög­lichst vie­le Park­plät­ze in Lauf­wei­te, einen ver­nünf­ti­gen Per­so­nal­schlüs­sel (X Erzie­he­rin­nen pro Y Kin­der), ein orga­ni­sier­tes Mit­tag­essen, eine pro­fes­sio­nel­le Betreu­ung bis zum Schul­ein­tritt, schö­ne sowie hel­le Räu­me, gere­gel­te Urlaubs­ta­ge und gewis­se Hygie­ne­vor­schrif­ten vor­wei­sen konn­ten.

Wir hat­ten eine teu­re, aber wun­der­ba­re pri­va­te Groß­ta­ges­städ­te mit rein bio­lo­gi­schem Essen direkt bei uns um die Ecke gefun­den und bereits den Ver­trag erhal­ten, als wir am nächs­ten Tag einen Anruf auf der Mail­box hat­ten. Eine net­te Stim­me ver­kün­de­te uns, dass wir über den Kita-Navi­ga­tor gefun­den wur­den und wir in zwei Mona­ten einen Platz haben könn­ten. Wir müss­ten aber direkt am nächs­ten Tag vor­bei kom­men, da die­ser Platz ansons­ten an das nächs­te Kind abge­ge­ben wür­de. Es gäbe eine War­te­lis­te von über 600 Kin­dern.

Lisa konn­te es nicht fas­sen, da die­ser Betriebs­kin­der­gar­ten ihr abso­lu­ter Favo­rit war und noch dazu wesent­lich güns­ti­ger als die pri­va­te Ein­rich­tun­gen. Sie hat­te sich die­sen Platz in den Kopf gesetzt nach­dem ein Mäd­chen aus die­ser Kita ihr erzählt hat­te, dass sie Wochen­en­den „total doof“ fän­de. Auf die Fra­ge, war­um, sag­te sie „Weil ich da nicht in den Kin­der­gar­ten darf“. Kin­der sind sen­sa­tio­nel­le Seis­mo­gra­phen und auf deren Urteil kann man wirk­lich etwas geben. Lisa hat­te dar­auf­hin noch ein paar ande­re Kin­der von dort inter­viewt und alle waren abso­lu­te Fans.

Wir nah­men uns also einen Vor­mit­tag frei, besuch­ten die den Kin­der­gar­ten am nächs­ten Tag und unter­schrie­ben den Ver­trag direkt vor Ort. #Fak­ten­Schaf­fen

Und mache Dich am bes­ten gleich auf die Suche nach Kur­sen für die musi­ka­li­sche Früh­erzie­hung sowie Ball­schu­len und las­se Dich auf die War­te­lis­ten set­zen. Bei uns kann es bei der städ­ti­schen Musik­schu­le schon mal zwei Jah­re dau­ern, bis Du einen Platz bekommst. Und kei­ne drei Jah­re spä­ter darfst Du bereits die Grund­schu­len der Umge­bung abche­cken und das Spiel beginnt von Vor­ne. Have fun. #Hams­ter­ra­dO­lé

Bild­nach­weis: Flickr |3 | Frau­Schüt­ze
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