2-3 Jahre Charakterstark Trotzphase

KAMPF DER GIGAN­TEN: TROTZ­PHA­SEN KOM­MEN UND GEHEN

By on 30. Mai 2017

[3 Minu­ten — durch­schnitt­li­che Lese­zeit]

Ich sage Dir eines: Dein Kind und sein bei­na­he unbe­zwing­ba­rer Wil­le (Trotz­pha­se) wird Dir zei­gen, was es genau mit David gegen Goli­ath auf sich hat und dass dies nicht nur eine Legen­de aus dem Alten Tes­ta­ment ist. Ich bin über­zeugt davon, dass David ein Kind war und Goli­ath sein Erzie­hungs­be­rech­tig­ter. Aber das ist eine ande­re Geschich­te. Fakt ist, es wird Dich an Dei­ne Gren­zen brin­gen und Du wirst erstaun­li­che Fähig­kei­ten ent­wi­ckeln, um die­se Kämp­fe im Vor­feld zu erah­nen und im Ide­al­fall zu ver­mei­den bzw. durch Kom­pro­mis­se zu been­den. Und jetzt wird es hart für Dich: gewin­nen wirst Du nie, also pro­bie­re es gar nicht erst. #papa­ver­liertim­mer

Am Anfang tauscht man sich als frisch­ge­ba­cke­ne Eltern häu­fig mit Gleich­ge­sinn­ten aus, wenn man Fra­gen rund um den Nach­wuchs hat. Es gibt im ers­ten Jahr Ton­nen an Kur­sen und plötz­lich ist das alles erst ein­mal vor­bei, wenn das Kind in die Kita kommt und alle wie­der arbei­ten gehen. Doch meist beginnt genau dann die wil­lens­ge­präg­te Pha­se — land­läu­fig Trotz­pha­se genannt. Und die­se Pha­se vol­ler ein­deu­ti­ger Ansa­gen von Sei­ten Dei­nes Kin­des kor­re­liert mit weni­ger Zeit im All­tag.

Mit Herz und Ver­stand kannst Du bereits vie­le Wil­lens­kämp­fe mit Dei­nem Zwerg meis­tern.

Doch es wer­den The­men auf­tau­chen, die ein­fach nicht in Dein Kom­pe­tenz­ge­biet fal­len. Du wirst mit Dei­ner Part­ne­rin an einen Punkt kom­men, an denen Herz und Ver­stand ein­fach nicht aus­rei­chen und ihr spürt, dass ihr euch ger­ne aus­tau­schen wür­det. Bei uns war es der Zeit­punkt, als Vik­tor mit etwa zwei Jah­ren plötz­lich ent­schie­den hat­te erwach­sen zu wer­den und über sei­nen Mut (oder sei­ne Selbst­über­schät­zung) selbst über­rascht war. #alles­al­lei­ne­ma­chen

Jetzt kann ich Dir nur raten genau das zu tun: sich aus­tau­schen. Das ist kei­ne Schwä­che, son­dern ein Zei­chen für Stär­ke: Sich wei­ter zu ent­wi­ckeln und sich inspi­rie­ren zu las­sen. Wich­tig ist es hier­bei, dass Du Men­schen fin­dest, die Dein Wer­te­sys­tem tei­len bzw. ähn­li­che Wer­te haben.

Es kön­nen befreun­de­te Väter sein, Eltern­kur­se oder Du suchst online nach Men­schen in der Nähe, mit denen Du Dich aus­tau­schen kannst. Natür­lich sind Bücher auch wert­vol­le Rat­ge­ber.

Ich habe es wie folgt gemacht: Zunächst habe ich natür­lich Bücher gele­sen und einen Fort­ge­schrit­te­nen-Eltern­kurs besucht. Der hat mich inspi­riert, jedoch inhalt­lich war ich nicht immer einer Mei­nung. Teil­wei­se hat­te ich nach den Stun­den mehr Fra­gen als vor­her. Das ist kei­ne Kri­tik, denn auch das hat­te einen gewis­sen Effekt. Es führ­te näm­lich dazu, dass ich mit die­sen Fra­gen zu der Erzie­he­rin von Vik­tor gegan­gen bin und habe mich mit ihr aus­ge­tauscht. Der gro­ße Vor­teil war hier, dass sie natür­lich mei­nen Sohn bes­tens kennt und Erzie­hungs­ex­per­tin ist. Danach habe ich mich mit die­sen neu­ge­won­nen Erkennt­nis­sen mit mei­ner Part­ne­rin und mit ande­ren Vätern aus­ge­tauscht.

Was pas­sier­te danach? Wir hat­ten nun vie­le Ansät­ze und Lösungs­vor­schlä­ge, die wir selbst erst ein­mal für uns als Eltern bewer­ten muss­ten und die für gut befun­de­nen Ansät­ze tes­te­ten wir schlicht und ergrei­fend aus. Und das mach­te nicht nur Spaß, son­dern ist mei­ner Mei­nung nach die ein­zig mög­li­che Metho­de.

Denn Kin­der sind kom­ple­xe, klei­ne Wesen, für die es kei­ne ein­heit­li­chen Erzie­hungs­grund­sät­ze gibt und die Du nur mit viel Geduld und Spu­cke anlei­ten kannst. Nicht mehr und nicht weni­ger. Wer Dir etwas ande­res erzäh­len möch­te lügt.

Ich kann es Dir mit einer klei­nen Geschich­te ver­deut­li­chen: Was wür­dest Du einem Freund ant­wor­ten, der fol­gen­de Fra­ge an Dich stellt: „Ich habe eine neue Freun­din mit dunk­len, lan­gen Haa­ren und gro­ßen grü­nen Augen. Ihre Mut­ter kommt aus Schott­land und ihr Vater aus Deutsch­land. Kannst Du mir Tipps geben, wie ich mich ihr gegen­über ver­hal­ten soll, wenn sie ande­rer Mei­nung ist als ich?“ „Gute Fra­ge“, wirst Du sagen, „aber das kommt sowohl auf die kon­kre­te Situa­ti­on als auch auf Dich und Dei­ne Freun­din an. Da gibt es lei­der kein Paten­re­zept.“ Nichts ande­res ist es, wenn es sich um die Bezie­hung mit Dei­nem Kind han­delt.

Am meis­ten Erfolg wirst Du haben, sobald Du Dich selbst änderst und hin­ter­fragst. Du wirst Dich wun­dern, wie Dein Kind (und Dei­ne Part­ne­rin) reagie­ren.

(Hör-)Buchempfehlung an die­sem Punkt: Jesper Juul

Bild­nach­weis: Flickr |Waaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!! | e.r.w.i.n.

 

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